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Die Bude Berlin
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Zwei Stimmen, die in die tieferen Hautschichten dringen, ein blonder Lockenkopf, daneben ein kleinerer, brauner. Die beiden Brüder Jakob und Matti Bruckner machen Musik, die sich anfühlt wie ein Bad in Euphorie, eine Fahrt mit den besten Freunden im VW-Bus an die französische Atlantikküste, der letzte Sommertag, bevor die Tage kälter werden: sie zelebrieren die Kraft des Augenblicks.

Matti und Jakob wuchsen als zwei von insgesamt fünf Geschwistern in einer überaus musikalischen Familie auf. Der Vater der Bruckners hatte Klavier am Mozarteum in Salzburg studiert und arbeitete später als Musiklehrer. Solchermaßen prädestiniert, erhielten die Kinder Klavierunterricht. Der Vater leitete diverse Chöre und auch die musikalische Früherziehung seiner Kinder, vor der Tür lag der Chiemsee. Es war eine Idylle, die aus heutiger Sicht vor allem von zwei musikalischen Erinnerungen dominiert wird: „Ich weiß noch genau, wie wir im Musikkeller meines Vaters zu Beatles-Platten und Mozartinterpretationen von Clara Schumann im Kreis gelaufen sind“, sagt Jakob Bruckner.

Nach der Schule geht Jakob nach Regensburg: Sport Lehramt studieren, erst mal was Vernünftiges machen. Eigentlich ist aber schon damals klar, dass ihm nichts so wichtig ist wie die Musik. Die Jahre davor hat er in einer weiteren Band verbracht, mit der zahlreiche Konzerte gespielt hat. Nun ist er erst mal auf sich alleine gestellt und so beginnt er 2012 mit dem Schreiben eigener Songs, eine Band hat er zunächst nicht. Bis sein Bruder Matti ebenfalls nach Regensburg kommt: Was so lange vor ihren Füßen lag, nämlich ihre Talente einfach zu kombinieren, erweist sich nun als ideale Lösung.

„Bei anderen Leuten habe ich immer das Feuer vermisst, das ich beim Musikmachen einbringe“, sag Jakob, „dass das nämlich absolute Priorität gegenüber allen anderen Dingen hat. Bei Matti war es von Anfang an genauso wie bei mir, da gab es keine Zweifel.“ Bruckner ist geboren, a match made in heaven – mit idealer Arbeitsteilung: Matti ist der technisch begabte, der im Proberaum Jakobs gewaltigen Input an Texten und Melodien kanalisiert, gewichtet, verdichtet.

Fernab von den vermeintlichen Zentren der Musikwelt kreieren die Bruckners nun seit einiger Zeit eine gänzlich eigene Popsprache, die in ihrer mitreißenden optimistischen Art ganz und gar einmalig ist. Die Bruckners beherrschen die allergrößte Kunst: Kaum etwas ist nämlich schwieriger, als eine derart schwerelose Euphorie-Musik in Dur zu schreiben, die dann aber trotzdem nicht oberflächig wirkt. Bruckner zelebrieren die unbändige Kraft und die Neugierde der Jugend. In dieser Musik sind keine Schatten, sie strahlt hell und ist so wunderbar wie das Leben selbst.

So verlegen Bruckner mit ihrer Single „Ein Jahr“ kurzerhand den Afrobeat von Leuten wie Paul Simon oder Vampire Weekend ins östliche Bayern und auch das aufgekratzte „Tischtennistage“ ist Highlife in Regensburg. Dann wieder denkt man kurz an Thees Uhlmann oder Bilderbuch und bald wird einem klar: Diese absolut spezielle, gleichzeitig maximal eingängige Musik hätte natürlich nirgendwo anders entstehen können als genau unter diesen biografischen und geografischen Vorzeichen.

Die vier Songs ihres Debüts „Sprungturm EP“ künden jedenfalls von blindem Verständnis und bedingungsloser Leichtigkeit – hinter der sich freilich eine Menge Arbeit verbirgt. „Was ist schon ein Jahr in einem Menschenleben“, singt Jakob Bruckner in der ersten Single „Ein Jahr“, und man möchte antworten: Es gibt solche und solche Jahre. Das vergangene etwa hatte zwar auch für Bruckner wieder nur zwölf Monate, es war aber gleichzeitig das bislang wichtigste ihrer noch jungen Karriere. 60.000 Kilometer legten sie zurück, von einer Bühne zur anderen, spielten auf großen Festivals, aber auch auf Dorfbühnen. Manchmal traten sie vor 20 Leuten auf, dann wieder vor mehreren Tausend: die bestmögliche Schule.

Es war eine aufreibende, aber glückliche Zeit, in der sich für Bruckner endlich vieles fügte, wovon sie zuvor nur geträumt hatten. Denn das ist natürlich der Nachteil an der Provinz: Matti und Jakob kannten zunächst niemanden, hatten keine Beziehungen in die Musikindustrie, waren nicht vernetzt. Ihre erste größere Chance als Vorband für eine bekannte österreichische Sängerin erhielten sie durch eine Verlosung in der Lokalzeitung. Alles, was danach passierte, hat vor allem mit Fleiß zu tun - die Bruckners wissen, wie man hart arbeitet und wie schwer der Weg ist mit der eigenen Musik erfolgreich zu sein. Umso erstaunlicher ist dabei, welche Leichtigkeit sie und ihre Musik versprühen.